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Stoffwechselkur

Von den einen gefeiert, von den anderen verteufelt: die Stoffwechselkur oder HCG Diät ist in den letzten Jahren stark diskutiert worden. Sie verspricht radikalen Gewichtsverlust bis zu 10% des Körpergewichts in nur wenigen Wochen – und das, ganz ohne dem berüchtigten Jojo-Effekt zum Opfer zu fallen. Der Clou: im Gegensatz zu anderen Crashdiäten soll dabei gezielt Fett abgebaut, und Muskelmasse erhalten werden.

In den 50er Jahren entdeckte Dr. Simeons, dass Patientinnen unter der Zugabe von HCG, also humanem Choriogonadotropin, bei einer Diät tendenziell eher Fett statt Muskelmasse verloren. HCG wird üblicherweise in der Schwangerschaft ausgeschüttet und sorgt für eine ideale Nährstoffversorgung des Babys selbst in Phasen einer eventuellen Hungersnot. Bei einer stark kalorienreduzierten Diät sorgt es dafür, dass der Körper die mangelnde Energie wie bei einer Mangelernährung während einer Schwangerschaft ebenfalls aus den Fettdepots des Körpers zieht. Am besten funktioniert dies mit einer stark proteinbasierten Ernährung, weitestgehend ohne Fette und Kohlehydrate. Während HCG zu Simeons Zeiten noch gespritzt wurde, gibt es hierfür heute freiverkäufliche Globuli. Diese enthalten jedoch keine Hormone, sondern nur das isolierte humane Choriogonadotropin. Diese sollen obendrein den Appetit zügeln und ein Hungergefühl trotz der niedrigen Kalorienzufuhr verhindern.

Ablauf der Diät:

Die Diät ist in vier Phasen unterteilt:

1.) Ladephase
Der Beginn der Diät klingt interessant: Ladetage. In diesen beiden ersten Tagen darf hemmungslos geschlemmt werden: Pizza, Burger, Torte – der Stoffwechsel soll noch einmal so richtig angekurbelt werden. Mehrere Tausend Kalorien sollten aufgenommen werden.

2.) Diätphase
Darauf folgen mindestens 21 Tage Diätphase. Diese Zeit benötige der Stoffwechsel, um sich neu zu „programmieren“. Täglich dürfen 500-700 Kalorien aufgenommen werden. Diese dürfen jedoch nicht aus beliebigen Lebensmitteln zusammengesetzt sein, sondern sollten weitestgehend fett- und kohlehydratfrei sein. Selbst Gemüse mit erhöhtem Kohlehydratanteil, wie etwa Möhren, sind nicht erlaubt. Den Hauptteil der Ernährung machen nun Fleisch, Eier und Milchprodukte aus; nebenher wird mit Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere Antioxidantien und organischem Schwefel der Entgiftungs- und Entschlackungsvorgang unterstützt. Vitaminpräparate beugen daneben Mangelerscheinungen vor; Flohsamenschalen sollen die Verdauung unterstützen.

3.) Stabilisierungsphase
Die Dauer der Stabilisierungsphase richtet sich nach der Dauer der vorangegangenen Diätphase und dauert mindestens ebenso lange an. In der Zeit wird die Kalorienzahl langsam wieder auf ein normales Maß gesteigert und Lebensmittel neu integriert. So kann beobachtet werden, auf welche Lebensmittel der Körper mit einer Zunahme reagiert und wie viele Kalorien am Tag ohne Zunahme aufgenommen werden können. In der Zeit sollte nicht weiter abgenommen, aber auch nicht zugenommen werden. Das Gewicht soll sich einpendeln und so einen neuen „Setpoint“ festlegen.

Halten

Danach soll das Gewicht durch die vorsichtige Kaloriensteigerung ohne Jojo-Effekt gehalten werden können.

Kritik:

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Beweise für die Wirksamkeit der Globuli. Zu lange sollte die Diätphase außerdem nicht andauern, da die Kalorienzufuhr so niedrig ist, dass eine Mangelernährung droht – es ist und bleibt eine Crashdiät, welche mit absoluter Vorsicht zu genießen ist. Völlig von der Stoffwechselkur abzuraten ist außerdem Schwangeren und Menschen, die einer körperlich sehr anstrengenden Arbeit nachgehen (2).

Fazit:

Wer diäterfahren ist und bei dem die langersehnten Erfolge ausblieben, der kann dieses Experiment wagen, sollte dies aufgrund der niedrigkalorischen Ernährungsweise unter ärztlicher Aufsicht tun und sich dabei nicht auf Proteinshakes, sondern viel frisches, kohlehydratarmes Gemüse, frischen Fisch und fettarmes Fleisch verlassen.

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