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Paleo – Die Steinzeitdiät

Seit einigen Jahren polarisiert ein Ernährungstrend, welcher auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin basiert: die Paleo Diät.

Hinter dem Namen verbirgt sich eine Ernährungsform, die sich an der vermuteten Ernährung der Menschen in der Altsteinzeit, also vor ca. 20000 Jahren, orientiert. Es wird angenommen, dass sich die Ernährung zu diesem Zeitpunkt aus Fleisch, Obst (insbesondere Beeren), Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten, Eiern, Kräutern, Nüssen, Pilzen und Honig zusammensetzte. Da noch kein Ackerbau oder Viehzucht betrieben wurde, sind sowohl Milchprodukte, als auch Getreideprodukte in der Ernährungsform nicht vorgesehen. Lebensmittel, die eine industrielle Verarbeitung voraussetzen, wie Fertiggerichte, Zucker oder Alkohol, sind zu vermeiden. Die Verwendung von Pflanzenölen ist umstritten (2).


Getrunken werden darf Wasser und Kräutertee.

In weiten Teilen deckt sich diese Ernährungsweise mit der klassischen Low-Carb Ernährung; anders als bei dieser dürfen jedoch Lebensmittel mit hochglykämischen Anteilen wie zum Beispiel Trockenobst unbegrenzt gegessen werden. Werden solche Lebensmittel weggelassen, kann sich mit dieser Ernährungsweise gleichzeitig „low carb“ ernährt werden.

Hintergrund:

Grund für diese Ernährungsweise ist die Annahme, dass sogenannte „Zivilisationskrankheiten“, also etwa Fettleibigkeit oder Diabetes, darauf zurückzuführen sind, dass wir uns nicht „artgerecht“ ernähren. Tatsächlich hat die Paleo Ernährung auch heute noch einige gesundheitliche Vorzüge: zwar ist diese Ernährung bisher wenig erforscht, erste Studien zeigten jedoch verbesserte Blutzuckerwerte und ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankung und Dickdarmkrebs. Außerdem ergab eine kleine Studie, dass bei koronarer Herzkrankheit oder Diabetes Typ 2 die Glucose-Werte der Patienten sich nach einer Umstellung auf diese Ernährungform im Gegensatz zu einer mediterranen Ernährung verbesserten.

Menschen, welche diese Ernährungsweise verfolgen, berichten darüber hinaus häufig von einer Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Allerdings kann dies vielfach auch darauf zurückgeführt werden, dass die strickte Beschränkung der Lebensmittel häufig mit gewissen Begleiterscheinungen einhergeht. Die „erlaubten“ Lebensmittel stehen zum Beispiel nicht immer überall zur Verfügung; ungesunde Snacks unterwegs, Fast Food und Restaurantbesuche fallen häufig weg – und damit ein Großteil der ungesunden Lebensmittel, die wir zwischendurch zu uns nehmen.

Darüber hinaus werden durch die „erlaubten“ Lebensmittel fast automatisch weniger Kalorien aufgenommen: Ein Sättigungsgefühl stellt sich schneller nach einer großen Portion Gemüse und Fisch ein, obwohl insgesamt weniger Kalorien aufgenommen wurden, als bei einem Stück Torte. Oftmals fallen auch Heißhungerattacken mangels Industriezucker weg. Bereits der Verzicht auf diese stark industriell verarbeiteten Lebensmittel und Zutaten kann zur Besserung von Stoffwechselstörungen beitragen und so Zivilisationskrankheiten vorbeugen. Der Verzicht auf kalorienintensive Fertigggerichte und Snacks kann darüber hinaus eine Gewichtsreduktion herbeiführen und die allgemeine körperliche Verfassung und Gesundheit steigern.

Generell geht mit der Umstellung auf diese Ernährungsform zwangsläufig eine intensive Beschäftigung mit Lebensmitteln und Ernährung einher, so dass eine gesündere Lebensweise häufig logische Konsequenz ist.

Fazit:

Neben den positiven Aspekten darf allerdings nicht übersehen werden, dass diese Ernährungsform eine sehr Restriktive ist und eine konsequente Umsetzung einer erheblichen Ernährungsumstellung erfordert, die sich nicht immer leicht in den Alltag integrieren lässt. Wenn außerdem gleichzeitig die Kohlehydratzufuhr drastisch reduziert wird, bestehen die gleichen Bedenken, wie etwa auch bei der Low Carb Diät. Die verminderte Zufuhr von Kalorien kann darüber hinaus einen Jojo-Effekt herbeiführen.

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