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Low Carb – Die Atkins Diät

Häufig wird er als der Schlüssel zum Erfolg gehandelt: der Verzicht auf Kohlehydrate. Es gibt viele Low-Carb-Diäten, die hierauf basieren; die bekannteste unter ihnen ist wohl die Atkins-Diät.

Sie basiert auf einer drastischen Reduktion von Kohlehydraten. Die benötigte Energie wird aus Fett und Proteinen gewonnen. So soll der Körper gezwungen werden, das eigene Fett zur Energiegewinnung zu verwerten. Durch den Verzicht auf Kohlehydrate wird der Blutzuckerspiegel niedrig gehalten und Heißhunger vermieden.

Die 4 Phasen der Atkins-Diät:

In Phase I, mit welcher vor allem stark übergewichtige Personen starten sollen, werden zwei Wochen lang maximal 20g Kohlehydrate pro Tag gegessen. Insbesondere Fleisch und Eier bieten hierfür die optimale Aminosäurekombination. Vegetarier können zu Sojaprodukten greifen. Daneben sind Salat und Gemüse als Ballaststoffquelle bis zu den 20g Kohlehydrate erlaubt.

Hieran schließt sich Phase II an. In dieser Phase dürfen langsam nährstoffreiche Kohlehydrate wie Nüsse, Beeren und Hülsenfrüchte wieder in die Ernährung integriert werden. So soll die tägliche Kohlehydratzufuhr jede Woche um 5g erhöht werden, solange man weiterhin abnimmt. Stagniert das Gewicht, wird die Kohlehydratmenge wieder reduziert: so wird die maximale Menge Kohlehydrate, die für eine Abnahme aufgenommen werden darf, ermittelt.

Ist die Gewichtsabnahme erreicht, können in Phase III die Kohlehydrate erneut gesteigert werden. Hierfür wird die Kohlehydratmenge wöchentlich um 10g erhöht, bis die Gewichtsabnahme stagniert.

Phase IV schließlich soll eine lebenslange Ernährungsform darstellen, um das erreichte Gewicht zu erhalten. Teigwaren oder Kartoffeln bleiben weiterhin die Ausnahme, dennoch sind nun wieder fast alle Lebensmittel erlaubt, solange die in Phase III ermittelte Kohlehydratmenge, eingehalten wird.

Funktionsweise:

Verantwortlich für den Abnehmerfolg ist die „Ketose“ (1). Normalerweise werden Kohlehydrate in Energie umgewandelt; überschüssige Energie, welche nicht verbraucht wird, wird in Körperfett umgewandelt und gespeichert. Werden dem Körper keine Kohlehydrate zugeführt, verwertet der Stoffwechsel Körperfett zur Energiegewinnung: Die Fettsäuren werden in der Leber in „Ketonkörper“ umgewandelt. Eine hohe Konzentration Ketonkörper wird dann als „Ketose“ bezeichnet. Diese geht zwar mit deutlichem Mundgeruch einher, wirkt jedoch appetithemmend. Ganz ohne Sport soll so das Körperfett verbraucht werden. Der Abnehmerfolg wird aber auch dadurch erreicht, dass ein Sättigungseffekt bei Aufnahme der erlaubten Lebensmittel schneller eintritt.
Die Abnehmwirkung wurde in sogenannten Meta-Analysen 2008 und 2010 in den USA nachgewiesen.

Kritik:

Insgesamt sind Low Carb Diäten, insbesondere die Atkins-Diät, sehr umstritten. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen und eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sicherzustellen, ist eine zusätzliche Versorgung mit entsprechenden Präparaten zwingend notwendig.
Die hierbei angestrebte Ketosewirkung kann vor allem bei Diabetikern zu Gefäß- und Gewebeschädigungen führen. Ernährungswissenschaftler gehen außerdem davon aus, dass auch weitere Gesundheitsschädigungen wie Leberschäden, Verstopfung oder auch Akne entstehen können (2). Wenn die Ketonkörper nicht genügend über die Nieren ausgeschieden werden, besteht außerdem die Gefahr einer Übersäuerung des Blutes. Eine Studie mit 40.000 Frauen ergab 2012 außerdem, dass das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall durch Low Carb Diäten erhöht wird (3).
Dementsprechend sollte eine so drastische Diät ausschließlich mit ärztlicher Kontrolle erfolgen. Angeboten wird eine solche Diät etwa in der Berliner Charité. Untersucht werden dabei regelmäßig das Cholesterin, Blutzucker, sowie der Grundumsatz der Patienten und die Funktion der Bauchspeicheldrüse.

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